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Angaben zum Praxisbeispiel

Von der Werkstatt für behinderte Menschen zur Anstellung als Umzugshelfer für einen Mann mit einer Lernbehinderung

Arbeitgeber:

Das 'Soziale Möbelhaus Bocholt' ist ein kleines Familienunternehmen zu dessen Dienstleistungen beispielsweise Umzüge (auch spezielle Seniorenumzüge), Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen gehören. Es ermöglichte einem Beschäftigten einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) durch eine Festanstellung den Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Teilhabe des Mitarbeiters:

Für den Arbeitgeber gab es zunächst viele offene Fragen, da der allgemeine Arbeitsmarkt für seinen neuen Mitarbeiter anfangs ungewohnt war. "Kann ich mich auf ihn verlassen? Kann ich ihm vertrauen? Ist er den Anforderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gewachsen?" Davon musste sich der Arbeitgeber erst einmal selbst überzeugen. Inzwischen weiß er: "Ich kann mich zu hundert Prozent auf meinen neuen Mitarbeiter verlassen, er arbeitet eigenständig und verantwortungsbewusst."

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Lernbehinderung. Behinderungsbedingt sind seine Fähigkeiten in Bezug auf das Lernen, Begreifen und Merken eingeschränkt.

Übergang Werkstatt für behinderte Menschen - allgemeiner Arbeitsmarkt:

Der Mann besuchte erfolgreich eine Hauptschule und brach anschließend aufgrund der theoretischen Inhalte zwei Ausbildungen ab. Im Anschluss an die Versuche eine Ausbildung zu absolvieren, wurde er von einer WfbM an seinem damaligen Wohnort aufgenommen, da zunächst auch keine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt möglich war. In der WfbM sammelte er über zehn Jahre Erfahrungen im Arbeitsbereich und hier speziell in der Wäscherei und Montage. Später zog er aus privaten Gründen um und wechselte auch in eine andere WfbM bzw. in die Lebenshilfe Werkstätten Unterer Niederrhein, wo er in der Metallverarbeitung eingesetzt wurde. In der neuen WfbM erkannten der Integrationsbeauftragte und seine Kollegen schnell, dass der Mann Fähigkeiten hat, die ihn auch für Arbeiten auf einen Arbeitsplatz außerhalb der Werkstätten qualifizieren.
Während der Beschäftigung in der WfbM an seinem neuen Wohnort knüpfte der Mann über seine Familie Kontakte zu seinem jetzigen Arbeitgeber und half dort gelegentlich schon mal aus. Da ihm der Betrieb bereits bekannt war und seine beruflichen Neigungen sowie Fähigkeiten einer Tätigkeit im Bereich Umzüge, Demontage /Montage, Entrümpelungen usw. entsprachen, absolvierte der Mann mit Unterstützung des Integrationsbeauftragten der WfbM dort zunächst ein Praktikum. In diesem Zeitraum konnte der Mann ausprobieren, wie ihm die Arbeitswelt außerhalb der WfbM gefällt und der Arbeitgeber konnte testen, inwieweit der Praktikant aus der WfbM die Arbeiten ausführen kann und ob er überhaupt in den Betrieb passt. Nach dem Praktikum arbeitete der Mann einige Zeit weiter als Hilfskraft auf einem sog. Außenarbeitsplatz bzw. Betriebsintegrierten Arbeitsplatz (BiAP), bis er abschließend aufgrund seiner Fähigkeiten, Leistungen und persönlichen Eigenschaften vom Arbeitgeber eine Festanstellung in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis erhielt. Während der Tätigkeit auf dem Außenarbeitsplatz wurde der Mann durch Bezugsbetreuer der WfbM unterstützt und galt vom Status weiter als Beschäftigter der WfbM.
In REHADAT finden Sie auch weitere Adressen und Tel.-Nummern von Werkstätten für behinderte Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Hilfskraft ist beruflich viel unterwegs, dabei wechseln die Einsatzorte von wohnortnah bis sogar über die Grenze hinaus in die Niederlande. Im Rahmen der Tätigkeit demontiert, montiert, trägt und transportiert er als Hilfskraft Wohnungseinrichtungen und Gegenstände (Bild 1-3).

Eigendarstellung des Mannes zur beruflichen Teilhabe:

"Ich habe mit immer wechselnden Ansprechpartnern zu tun, lerne neue Leute kennen. In der Werkstatt kam das seltener vor. Die Werkstatt bietet auch Vorzüge, mit denen ein Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt kaum mithalten kann. So gibt es beispielsweise keinen Schichtbetrieb und einen geregelten Feierabend." Wenn Überstunden oder bei Bedarf auch mal ein Umzug am Wochenende anstehen, ist das für den Mitarbeiter aber kein Problem. "Mir macht die Arbeit so viel Spaß, dass ich das gern in Kauf nehme. Außerdem wusste ich im Voraus, worauf ich mich einlasse."
Er hat sein Hobby zu seinem Beruf gemacht, da er in seiner Freizeit schon immer gerne bei Umzügen geholfen hat.

Förderung und Mitwirkung:

Betreut und unterstützt wurde der Mitarbeiter und Arbeitgeber durch die WfbM. Der Arbeitgeber wurde außerdem von der WfbM und einem Integrationsfachdienst (IFD) über die einzelnen Fördermöglichkeiten beraten.
Der Arbeitgeber erhält durch ein Kombilohn-Modell, nach einem Sonderförderprogramm des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), einen Lohnkostenzuschuss zum Arbeitnehmer-Bruttogehalt in Höhe von 80 Prozent. Bei der Antragstellung durch den Arbeitgeber war der IFD behilflich.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter und Integrationsfachdienste.



Link:

REHADAT-talentplus zum Thema Sonderförderprogramme



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Referenznummer:

Pb/110918



Informationsstand: 25.04.2016